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selber machen

Friday, 6. november 2009 5 06 /11 /Nov. /2009 00:47

Sie hatten seit drei Tagen nichts mehr gegessen. Warum? Faulheit, Desinteresse oder was auch immer. Sie wussten es selbst nicht so ganz genau. Aber die Gesetze der Wissenschaft besagen nun einmal, dass jedes Lebewesen Nahrung als Grundlage seiner Existenz braucht. Und Schlaf. Sie schliefen grundsätzlich lieber. Aber jetzt ging es gar nicht um Schlaf.

Mittlerweile würden sie alles essen. Alles was nicht angebunden oder weggesperrt ist. Oder noch lebte. So waren sie ja immerhin nicht, nein, das würden sie nicht tun. Schön abgehangen und von kräftiger Farbe sollte es doch sein. Sauber und schön tot. Weder Knochen noch Sehnen wollten sie beißen. Sie mochten es ganz zart. Ob roh oder gar - das war noch nicht einmal so wichtig. So lange nicht blutig!

Als sie so darüber nachdachten, stieg der bis dahin verdrängte Hunger. Sie fantasierten davon, ihre Zähne in das warme Fleisch zu graben. Es langsam ab zu reißen und dann genussvoll zu kauen. Selbst das Schlucken würde sich als ein Quell der Freude erweisen. Wie es den flauen Magen füllen würde! Satt und schwer würde es sie machen. Und faul.

Sie wechselten einen Blick und setzten sich abrupt in Bewegung.

 

Essen fassen.


von Nannu
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Wednesday, 4. november 2009 3 04 /11 /Nov. /2009 22:33

 

Ich mache ein Häkchen. Und noch eins. Dann ein Kreuz. In dunklem Blau. Dann wieder ein Häkchen. Violett. Violett. Violett. Dunkles Blau. Dunkles Blau. Violett. Dunkles Blau.... . Ich komme nicht durcheinander, meine Bewegungen sind präzise, meine Hände greifen automatisch nach der richtigen Farbe. Ich darf nur nicht aufhören. Bloß keine Sekunde verweilen. Keinen Augenblick innehalten. Meine Augen nicht von den Bildern vor mir abwenden. Akkurat setze ich meine Zeichen und entscheide so über das Schicksal dieser Menschen.

Häkchen. Häkchen. Kreuz.

Der endlose Bogen von Alter gebräunten Papiers schiebt immer ein Stückchen weiter.

Und weiter.

Und weiter.

Und weiter.

Die Stifte dürfen nicht zögern. Sie kratzen über das abgenutzte Dokument. Alle meine Sinne sind auf diesen immer gleichen Ablauf gerichtet. Ich darf mich nicht ablenken lassen, darf genaugenommen nicht mal diese Gedanken formulieren. Darf nicht durcheinanderkommen. Muss immer weitermachen. Wenn ich aufhören würde, würde die Welt auseinanderfallen. Bersten. Das zerbrechliche Gleichgewicht zwischen Sein und Schein, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Mensch und Natur, zwischen Alles und Nichts wäre zerstört.

Ich muss mich konzentrieren. Auf die Gesichter dieser Menschen. Sie brauchen mich. Ich kenne sie nicht. Erkenne sie nicht. Es kommt mir vor, als würde ich den gleichen endlosen Boden wieder und wieder abarbeiten. Als müsste ich diese Gesichter kennen die mich - ausgebleicht und brüchig -von diesem Dokument aus ansehen. Oft ist mir, als wäre vor langer Zeit schon ein Zeichen gesetzt worden. Ein Häkchen. Oder Kreuz. Was genau ist nie zu erkennen. Viel zu verblasst.

Und ich setzte weiter. Denn aufhören darf ich nicht. Darf mich nicht ablenken lassen.

 

Konzentration!

 

 

Violett. Dunkles Blau. Violett. Violett.

von Nannu
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Wednesday, 4. november 2009 3 04 /11 /Nov. /2009 02:32

 

Hm.

 

Nein! Ich wehre mich. Ich habe jetzt keine Lust und mag aber auch gar kein bisschen. Macht doch was ihr wollt. (Oder doch was ich will). Hört einfach auf, wenn ihr nicht anders könnt, aber:

Ich mag euch heute nicht belustigen.

Nein

Nein      NEIN!

Aber ihr sollt nicht leer ausgehen. Nicht weglaufen, schaut mal was ich hier habe. Oder hier. Oder hier. Oder, das Beste, HIER!

Das schmeckt auch ganz gut. (Natürlich nicht so gut wie DAS hier...)

 

Oh, und ...kommt wieder...nächstes Mal gibt’s sicher wieder was Gutes.

von Nannu
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Monday, 2. november 2009 1 02 /11 /Nov. /2009 23:04

Hey, wer hier hat ein komisches Gefühl im Bauch?

Nein, nicht diese veilchenrosa-vanillegelben Schmetterlinge sind gemeint. Auch nicht dieser frostige 10-Kilo-Eisklumpen oder dieses Völlegefühl nachdem man beim Familienessen war. Oder dieses seltsam warme Gefühl, wenn man unterm Weihnachtsbaum sitzt. Oder dieses leicht wummrige Gefühl, wenn man lange darauf gewartet hat und es gleich Wirklichkeit wird.

Das ist es alles nicht.

Ich meine etwas anderes. Diesen strubbeligen, traurigen, schmutzigen, nassen (und darum schweren!) Tiger. Es ist ihm zu eng. Er will raus. Er dreht sich immerzu im Kreise, auf der Suche nach einem Ausweg. Er haut vor Verzweiflung die Krallen in deine Magenwand und wshhhhh!...rutsch ab. Wie sich das wohl anfühlt? Ich denke, das brennt höllisch. Und man muss seltsamerweise würgen (kommt wohl daher, weil das Kätzchen nicht viel von Hygiene hält...) - als ob man ein Fellkneuel im Rachen stecken hat.

Ah, ich seh' gerade: Eine Wortmeldung!



"Ich..!"
von Nannu
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Sunday, 1. november 2009 7 01 /11 /Nov. /2009 15:26

Hypochonder und Hyperaktive. Deutschland ist voll davon. Als Kind sind alle hyperaktiv – sagt der Arzt. Je weiter die Lebenszeit voranschreitet, desto „vernünftiger“ werden sie, bis sie im Alter zu wahren Hypochondern werden. Na gut, ganz so stimmt es nicht. Man hat auch schon hyperaktive Alte und hypochondrische Kinder gesehen. Nur sind das eher die Ausnahmen.


 

Aber eigentlich geht es hier gar nicht um die Gesellschaftskrankheiten der ersten Welt. Darüber sprechen ja alle sowieso schon (siehe „Der Stern“ Nr. 45, Titel). Genau genommen geht es hier nicht mal um Krankheiten. Oder Halloween (auch wenn manche das nach DEM Bild da oben angenommen haben ;)).

Es geht um Heizungsrohre. Heizungsrohre?! Ganz recht, Heizungsrohre! Immerhin spricht niemand drüber. Außer er ist Klempner. Oder Handwerker. (den Unterschied habe ich sowieso nie so ganz genau verstanden...) Oder, sie sind kaputt. Nicht die Handwerker und Klempner. Die Heizungsrohre. Dann spricht man über diese; wenn sie kaputt sind. Aber dann auch nur mit dem Klempner (oder Handwerker. Oder mit dem Typen vom Baumarkt). Das ist ziemlich schade. Denn welches Thema wäre für einen gelungenen Small-Talk besser geeignet als eben jene Rohre?

„Hallo ich heiße Ernst. Ich habe gerade ein Rohr verlegt!“

„Nein, was Sie nicht sagen! Ich habe eben aus diesem Grund letzten Montag meinen Schwager angerufen. Aber Sie wissen ja wie das ist, auf Verwandte wartet man dann am längsten. Entschuldigen Sie, ich heiße übrigens Rita.“

Und schon hat man ein unschuldiges Gespräch in Gange gebracht, dass viele Möglichkeiten offen lässt. Dieses Thema bietet viel Stoff in allen Möglichen Variationen. Zum Beispiel über die Herstellung und Verarbeitung kann man lange lamentieren. Diskussionsfreudigen bietet die Kategorie: „Das beste Material für die Montur in unterschiedlichen Baustoffen“ den perfekten Kampfplatz. Nicht ganz so pragmatisch - und daher auch für den unwissenderen Teil der Gesprächsteilnehmer geeignet - ist die Thematik mit der Beziehung zwischen Mensch und Rohr. (Wer hier lachen mag, soll sich doch bitte erst mal Folgendes überlegen: Ohne den Menschen gäbe es das Heizungsrohr nicht. Und andersherum wäre es dem Menschen ohne dieses Rohr (fast) unmöglich eine gewisse Lebensstandart zu genießen. Es ist eine symbiotische Beziehung. Und dann spielen auch noch ganz individuelle Beziehungsmerkmale eine Rolle. So empfindet der eine das Knistern, Flüstern und Blubbern der Rohre als störend oder sogar unheimlich, dem Anderen ist das ein heimeliges, ja, gemütliches Geräusch.)

Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, bemitleidenswert alle, die kein Heizungsrohr besitzen und hier nicht mitreden können. Aber die können sich ja von ihren kundigen Mitbürgern beraten lassen und sind somit nicht ganz aus dem Bespräch geschlossen. Schafft euch schnellstens ein paar dieser herzerwärmenden Leitungen an, ihr werdet sehen, der alljährlichen Erkältungswelle im Herbst könnt ihr mit ihnen an eurer Seite viel leichter entgehen.

Ein H hoch darauf!

*hatschi*

 

von Nannu
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