Wahlweise kann man das auch „Tote tragen keine Karos“ (oder in „Originalisch“: „DEAD MEN DON´T WEAR PLAID“) nennen. Der Film
hat´s echt in sich. Große Kinostars der 40er sind kunstvoll ins Geschehen eingebunden(Natürlich ohne ihr Wissen). Die Hauptperson ist durchaus sympathisch und über die Situationskomik und den
Witz als Witz gemeint kann man sich auch nicht beschweren.
Gelernt haben wir:
„Alle Weiber sind doch gleich. Erst reißen sie dir das Herz aus dem Leibe. Dann
schmeißen sie es auf den Fußboden, dann trampeln sie mit ihren hohen Hacken darauf, streuen Pfeffer und Salz darauf und hauen es in die Pfanne. UND dann scheiden sie davon Scheibchen runter,
knallen es auf ein Stück Toast und setzten es dir vor. Und erwarten, dass du sagst: ‚Tausend dank, Schatz. Es ist köstlich.‘“
(Steve Martin zu einer Taube auf seiner Schulter)
„Carlotta war ein Name für Menschen, mit absolut einfachem Geschmack. Abends kommt auf
den Tisch, was man tagsüber überfahren hatte.“
(Nicht beschweren, ihr Carlottas da draußen, das sagte ebenfalls Steve Martin(ist schon
ein bisschen länger her!))
Dieser, in der Gesamtwertung durchaus charmante Film hat nur einen einzigen Nachteil: (der hoffentlich Teil der geplanten Komik ist!) Die Aufklärung!
Denn am allen Schuld sind, so darf man in den letzten sieben Minuten erfahren,
Heute früh um dreiviertelvoracht, auf meinem Weg zum Schuhputzladen (dort sollte ich die lila Pelzschuhe meiner Großtante hinbringen) erlebte ich etwa Außergewöhnliches. Ja, Weltbewegendes! (das
ist relativ zu sehen, man denke an die Theorie mit dem Schmetterlingsflügelschlag!) Nun, das war beileibe kein Schmetterling, und Flügel oder Schlag hatten aber auch gar nichts damit zu tun. Auf
dem Weg, direkt vor meiner kalten Nase, saß ein kleines Persönchen. Man könnte von einem Kind sprechen, wenn man so wolle. Es ging mir nicht einmal bis zum Knie und da war es bereits
aufgesprungen. Zudem hatte es ein sehr altkluges Gesicht und als es anfing zu sprechen, hatte es auch alle Kindlichkeit verloren.
„Verlassen Sie sofort mein Bild“, rief es erbost. „Wie können Sie es nur wagen ..u..u..und einfach so...! Und ...ohne Einladung! Sie zerstören die ganze Ästhetik!“ Noch immer konnte ich es nur
anstarren, keine Antwort kam mir auf so eine lächerliche Anschuldigung in den Sinn. „Ihh und diese Schuhe!“ – es hatte wohl Tantchens lila Pelztreter gesehen – „welchen Tier musste denn für DIESE ...ABSCHEULICHKEIT sein Pelz lassen?“ Es machte nur eine kurze Pause, bevor es
weiterschwafelte. „Etwa eine Sterke der Timilakushochrinder? Ja, die haben so ein Fell – allerdings dachte ich nicht, dass ihr in dieser abgelegenen Gegend überhaupt Ahnung von so einem
Getier habt. Ihr lebt hier ja wie die Urzeitmenschen hinterm Mond!“ Nach dieser klangvollen Beleidung streckte sich die kurze Persönlichkeit und riss mir die Schuhe aus der Hand. Damit nicht
genug! Während ich mich verhielt wie ein überfahrener Igel (in Wirklichkeit fühlte ich mich sogar ein bisschen so), stellte es die Schuhe auf den Boden und sprang hinein. Dazu musste er mächtig
hoch springen für so einen kleinen Kerl, denn meiner Tante Schuhe waren immer mindesten 7, 25 cm hoch!
Ein kugelrunder Bauch versperrte mir die Sicht auf das kleine Wesen. Ärgerlich ging ich um den Kerl mit den lila Pelzschuhen herum um es wiederzufinden. Es war nicht mehr da! Moment mal!
Pelzschuhe? LILA Pelzschuhe?! Ich drehte mich vorsichtig um. Da stand der Kerl noch. Weit musste ich den Kopf in den Nacken legen. „Ja die sind bequem, auch wenn Lila nun wirklich nicht meine
Farbe ist. Ich finde darin wirke ich etwas... nun... blass!“ „Entschuldige“, ich räusperte mich, um das erste mal zu Wort zu kommen (allerdings fiel mir nichts Vernünftiges ein und so sagte ich
das Erstbeste was mir in den Kopf kam), „die Schuhe müssen ...äh...ich muss...ich muss die Schuhe in den Laden dreieinhalb Straßen weiter bringen...“ „Hätten Sie was dagegen, wenn ich Sie
begleite? Sie müssen wissen, ich trage sehr selten mal Schuhe.“ Und mit großen Schritten machte er sich auf den Weg. Ich musste rennen um hinterher zu kommen. Er drehte sich um und winkte mir
fröhlich zu. „Hey das ist die falsche Richtung!“ , ich brüllte, aber meine Worte verwehten in seinem Fahrtwind. Er lachte laut, als hätte ich gerade den Witz des Monats gemacht. Der Abstand
zwischen uns wurde immer größer und nach einer Weile musste ich stehenbleiben. Ich schnappte nach Luft und hielt mir die schmerzende Seite. Als ich hochsah, konnte ich nur noch den fransigen
Haarschopf von ihm am Horizont ausmachen. „Oh je!“ Ich musste an meine Großtante denken. Wie sollte ich ihr nur das mit den Schuhen erklären?
„Ach was soll´s“, dachte ich, „ derzeit sind sowieso eher lila Lederstiefel IN!“
Etwas das Spaß macht und mir zusätzlich und so ganz nebenbei Geld bringt. HA! Glücklicherweise lebe ich im Zeitalter des Internets. Da braucht man nicht mehr auf die Straße raus um sich zu
erkundigen, muss auch kaum noch Bewerbungen tippen oder gar irgendwelche Auswahlverfahren mitmachen...
NEIN! ...heutzutage googelt man! K. r. e. a. t. i. v. e. r. – J. o. b. und: Enter! Und schon erscheint eine lange Liste mit mehr oder weniger seriösen Anbietern. Hm... z.B. das: Geld verdienen!
600 E / Tag! Oder noch besser: 120 Euro/ Stunde – Online Job! Auch wenn diese Anzeigen Managergehälter versprechen, klicke ich lieber weiter. Daa! kommen schon interessantere Sachen. Ich klicke
mich durch den Urwald an Stellenangeboten, Kleinanzeigen und Jobbeschreibungen. Eine ganze Weile halte ich mich auf den Websites für Castingangeboten auf. Einmal Komparse sein! Hach...! Dann auf
einer Seite für Künstler...laufen mir fast die Augen über: Hörspielsprecher, Tänzer, Komparsen, Statisten, Puppenspieler, .... !
Ich surfe weiter. Die Zeit läuft.
04.46 Uhr. Frühs!
Vor mir liegt ein Notizzettel. Darauf steht:
-Objektbesichtiger
-Komparse/Statist
-Blogger
-Haarmodell
-Promoter
-Imagetester
-Clickworker
-Meinungsstudienteilnehmer
-Testkunde
-Proband
-Testkäufer
(Auf der Hälfte dieser Webseiten hab ich mich nun tatsächlich auch schon angemeldet.)
dazu gepfiffen