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Monday, 9. november 2009 1 09 /11 /Nov. /2009 02:28

Mein Name ist Nhempas.

Zugegeben, einer meiner Namen. Ich bin alt, das schon – aber noch frisch, wenn ihr versteht. Trotz meines hohen Alters bin ich doch recht hurtig unterwegs. Eigentlich lebe ich ja an einem Ort, den ich selbst kaum finden kann, so verborgen ist der. Nur bin ich meist voller Energie und froher Laune, dass es mich selten dort hält und ich immerzu in der Welt und der Geschichte umherstreife. *Nun, war auch oft deshalb unterwegs, weil ich mein Heim nach dem Gezeche nicht mehr wiederfand - nebenbei*. Wie dem auch sei, ich habe viel zu erzählen. Ob ihrs nun glaubt oder nicht. Dumm wärt ihr, wenn ihrs tätet. Viel verpassen würdet ihr, tätet ihrs nicht. Die Entscheidung obliegt natürlich bei euch. Beeinflussung liegt nicht in meiner Natur, meistens nicht. Manchmal nutze ichs natürlich gern. Aber diesmal nicht. Und nehmt keinesfalls jemals eins meiner Worte als bare Münze. Aber untersteht euch, mir nicht zu glauben. Arm würds euch machen.

So wie den Mann, der mir trotz unzähliger Beteuerungen nicht glauben wollte, dass die Brücke die er doch so deutlich vor sich sah, nichts anderes war als eine Luftspiegelung und in Wahrheit befände sich dort der Abgrund der Welt. Aber nein, er wollte nicht auf mich hören und ging trotzdem hinüber. *Mag wohl daran liegen, dass ich bei eures Gleichen nicht als die ehrlichste Haut auf Seiner schönen Welt bekannt war* Es versteht sich doch von selbst, dass sich dort auch kein Abgrund befand. *Ich bitte euch, wer glaubt denn heute noch die Welt wäre eine Scheibe? Logik hat bewiesen, dass es sich bei der Erde nur um eine Melone handeln könne.* Aber am Ende der Brücke lauerten ein paar Wegelagerer und der Mann war in Kürze um ein paar Münzen leichter und einen Kopf kürzer. Traurig, aber was solls, man kann mir nicht vorwerfen, ich hätte ihn nicht gewarnt.

Genauso wie das Mädchen *Er habe sie selig*, das mich gar ignorierte, als ich es zu überzeugen versuchte, sich den Kauf der Perlenkette doch bitte genauestens zu überlegen. Ich redete ihr gut zu und wollte ihr weismachen, es handle sich dabei um eine verzauberte Klapperschlange und ihr Tod würde nahen, würde sie sich diese Kette zulegen. Aber das junge, dumme, dumme Ding beschloss stolz, meine Warnung in den Wind zu schlagen und zahlte viel zu teuer für das Kleinod, dass sie doch viel zu kurz erfreuen würde. Sie hängte sich das Schmuckstück um den Hals, trat hinaus aus der Hütte da sie es erwarb, übersah den langen Ast und erhängte sich an der guten Qualität der Kette. *Warum bloß hörte sie nicht auf mich?* Es ist ein Jammer, dass ich es immer wieder versuche und mich mit diesem Gesindel abgebe. Aber was solls, es ist doch immer wieder schön zu sehen, dass man Recht hatte.

Tut mir Leid. Über all dem Erzählen, meine Lieben, vergaß ich ganz was meine eigentliche Geschichte für heute war. Was solls, mich ruft die Welt. Muss zusehen, dass ich die Menschleins vor ihrer eigenen Dummheit warne. Solltet mal sehen, wie die lachen, wenn ich denen von Umweltkatastrophen und erschöpften Ressourcen erzähle. Die sind doch solche Narren, man mags kaum glauben. Trotz diesem, aufgeben kann ich nicht. Einmal könnte mir einer Glauben schenken. Wohl wird’s ihm gehen.

Ich habe da immer Recht.

 

Und nicht vergessen, mein Name ist Nhempas.

von Nannu
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