Artikel teilen! schrägstrich: Das Kleid kratzte. Es saß auch sonst nicht so gut, wie es an der Schaufensterpuppe der Boutique gewirk ...
| June 2012 | ||||||||||
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Das Kleid kratzte.
Es saß auch sonst nicht so gut, wie es an der Schaufensterpuppe der Boutique gewirkt hatte. Aber das könnte man ja in Kauf nehmen. Wer schön sein wolle, müsse eben leiden – ein leidiges Sprichwort, das sich jedes Wochenende wieder bestätigte.
Und als schön könne man sich ja bezeichnen.
Die hohen Stilettos, die nur durch schmale Riemchen am Fuß hingen, zwangen ihren Träger, das gesamte Körpergewicht auf dem Vorfuß auszubalancieren. Und sie machten einen schönen Hintern. Rund und knackig präsentierte der sich in nichts als dem engen Dress. Die Frisur mit den glänzenden verführerischen Locken wippte im Takt dazu. Für eine Perücke täuschend natürlich. Selbstverständlich Echthaar. Auch wenn man nicht erkannt werden wollte – Niveau muss sein.
Genauso wie beim Make-up. Das war ebenfalls kein Billigramsch. Die Haut schimmerte weich wie Seide, die Wangen waren künstlerisch auf zart errötet gebracht. Lange dichte Wimpern umkränzten große kokette Augen. Der Mund glänzte vergleichbar einer roten Kirsche. Selbstsicherheit strahlte aus der Bewegung, der Mimik, den Gesten.
Man fühlte sich wohl hier.
Pulsierendes Licht im Raum. Körper die im Rhythmus zuckten und sich verbogen. Nackte Haut bei dröhnenden Bässen. Aufblitzender Schmuck und flimmernde Mode. Die Sicht beeinträchtigt durch die Dünste und den Rauch und die Hitze. Die Hitze konnte nur auf eine Art gelöscht werden.
Man bekam Besuch. Zwei attraktive Männer schlenderten auf einen zu.
Die Nacht versprach ergiebig zu werden.
Da waren sie schon:
Hey Süßer!
dazu gepfiffen